Faksimile "Schönebecker Volksstimme" vom 08.12.2009 "Elbe-Saale Rundblick"   

  Gymnasiasten präsentieren eine "schillernde Weihnacht"
Theatergruppe, Chöre, Instrumentalisten und Rezitatoren begeistern Publikum

 

 

Kein Platz war in der Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums am Freitag Abend noch frei. Das Licht gedämmt, zogen die Chorsänger zu christlichen A-Capella-Gesängen im Schein der Kerzen ein. Für die nötige Stimmung war so auf jeden Fall gesorgt und die diesjährige „Schillernde Weihnacht“ konnte beginnen.

 

Von Tilman Treue
 

Calbe. Einen wunderbaren vollen Klang entwickelten die in diesem Jahr drei Chöre des Friedrich-Schiller-Gymnasiums bei ihrem ersten gemeinsamen Stück, dem englischen Kanon „Ding, Dong Bells“. Bereits hier wurde deutlich, dass sich die Sänger und Musiker der Schule weiterentwickelt haben. Auch das Programm hat sich gewandelt und verzichtete diesmal weitgehend auf Pop-Songs.

  Eine echte Bereicherung war der Kammerchor der 12. Klassen unter Leitung von Heike Böttcher. Bereits mit ihrem ersten Lied, Tausend Sterne sind ein Dom, sorgten die elf Abiturienten für ein wohliges Gänsehautgefühl im Publikum, das sich vor allem in den Duetten und Solostücken des Abends immer wieder erneuerte. Zahlreiche Sänger und Musiker haben sich wieder in das bunte vorweihnachtliche Programm unter Leitung von Musiklehrerin Katrin Püsche eingebracht und die kulturelle Vielfalt ihrer Schule eindrucksvoll zum Klingen gebracht.

Abiturienten spielen letztmalig zusammen


Heitere und besinnliche Akzente im Programm setzte dabei die Rezitatorengruppe. Unter Leitung von Deutschlehrerin Gudrun Tulinski hatte sie Gedichte zur Weihnachtszeit einstudiert, die sehr schön die kuriose Mischung aus Stress, Aufregung und Beschaulichkeit in der Vorweihnachtszeit zum Ausdruck brachten.

 

„Gott segne dich, du bist ein gutes Kind.“ Dreimal hörte das kleine Mädchen (Anna Scharsig, Mitte) diese Worte. Wenig später bekam es von seinen verstorbenen Eltern (Francis Deichfuß und Jacob Helbeck) für seinen selbstlosen Einsatz einen neuen Namen: Sterntaler. Mit ihrer liebevollen Aufführung des Grimm-Märchen setzten die ältesten „Schillerlocken“ einen Höhepunkt in das weihnachtliche Programm.

 Friederike Schulze (links) und Anja Tschenisch haben ihr Abitur eigentlich schon längst hinter sich. Für das Weihnachtskonzert ließen sie sich aber nicht lange bitten und sorgten mit Flöte und Violine für wunderbare Stimmung bei den Chorliedern.

Fotos: Tilman Treue

 

 

Für den Höhepunkt sorgte einmal mehr die Theatergruppe der Schule unter Leitung von Dr. Susanne Pichottky. Für die sieben „Großen“, die kurz vor dem Abitur stehen, war das Märchen „Sterntaler“ die letzte gemeinsame Aufführung. „Sie haben sich die Vorlage selbst ausgesucht und umgeschrieben“, ist Dr. Susanne Pichottky, die nur noch ein wenig Feinschliff beisteuerte, stolz. Selbst den Einspieler, eine Erinnerung des Sterntalers an ihre Eltern, haben sie selbst gedreht. Mit dem Stück haben sich die sieben Abiturienten kurz vor Weihnachten ein wunderbares Abschiedsgeschenk gemacht, das durch ein gutes Spiel und eine kluge Umsetzung voll überzeugte.

    Ablösung naht übrigens auch bei der Moderation des Programms. Seit Jahren sorgt Benita Hartigs mit ihren sympatischen Ansagen für die nötigen Überleitungen und mit der ein oder anderen Anekdote für Lachen im Publikum. Dieses Jahr hatte sie erstmals Unterstützung an ihrer Seite. Die Siebtklässlerin Juliane Barby machte ihre Sache für das erste Mal erstaunlich gut und man darf sich ihren Namen gewiss schon für das nächste Jahr merken.

Den beiden war es dann auch mit Schulleiter Erhard Kiel vorbehalten, die Gäste in eine hoffentlich besinnliche Adventszeit zu entlassen. Das zugegebene „Heaven is a wonderful Place“ des Chores statt des gemeinsamen Abschlussliedes bewirkte allerdings alles andere als Vorweihnachtstimmung und ließ etliche langjährige Besucher irritiert aus der Aula gehen.

       Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Konzert am Sonnabend wiederholt. Im Anschluss organisierten die Schüler und Lehrer des Gymnasiums einen kleinen Weihnachtsmarkt für die Eltern auf dem Schulhof. Trotz des regnerischen Wetters war der Markt bestens besucht und zwischen Glühwein, Keksen und selbst gebackenem Kuchen zauberten die engagierten Gymnasiasten und ihre Unterstützer schon im Vorfeld des großen Calbenser Weihnachtsmarkt am kommenden Wochenende viel vorweihnachtliches Flair in die Saalestadt.

 

   

adapted by drwm©2009-12-11