Faksimile "Schönebecker Volksstimme" vom 16.03.2011 "Elbe-Saale Rundblick"   

Gymnasiasten im Ganztagsprojekt "der grüne Daumen" versorgen mehr als 300 Topfpflanzen

Wohlfühlklima in der Schule

 

Wer auch immer mit wachen Augen durch die Flure und Klassenräume des Friedrich-Schiller-Gymnasiums geht, kommt an der ständig wachsenden Fülle von grünen Pflanzen und Dekorationen nicht vorbei. Dafür verantwortlich sind zwölf Schüler der sechsten Klasse und ihre Bio-Lehrerin Andrea Pößel.

Von Tilman Treue
 

Calbe. Jede Woche donnerstags wird im Ganztagsprojekt "der grüne Daumen" umgetopft und eingepflanzt, gegossen und gebastelt, dekoriert und gestaltet. Die Aufgaben sind vielfältig, und bei mittlerweile mehr als 300 Topfpflanzen im ganzen Schulhaus gibt es immer eine Menge zu tun. Einmal in der Woche übernehmen die Schüler das Gießen selbst und kontrollieren bei dieser Gelegenheit den Bestand.

   Ansonsten sind die anderen gefragt, immer mal auf die Pflanzen zu achten. Um das zu erleichtern, werden in den kommenden Wochen in allen Klassenräumen Gießgefäße verteilt. "Unser größtes Problem sind fehlende Blumen- und Übertöpfe", erklärt Andrea Pößel, denn noch immer harren etliche Klassenzimmer auf eine grüne Gestaltung.

  Wer also Töpfe zu Hause hat, die er abgeben kann, ist im Schillergymnasium gern gesehen. 
  Anlaufstelle dafür ist der erst kürzlich eingeweihte eigene Raum der "grünen Daumen" in der ehemaligen Essenausgabe im Eingangsbereich.

Die Gymnasisten gehen ihrer Pflanz- und Pflegearbeit in der ehemaligen Essenausgabe nach.    Foto: T.Treue

 Mit dem gefliesten Boden, Wasseranschluss und dem großen Pflanztisch in der Mitte finden die Jugendlichen hier optimale Bedingungen für ihre Arbeit vor.
   Zu einem wahren Schmuckstück hat sich der Rundling, der Verbinder der beiden Schulgebäude,entwickelt. Jahreszeitlich wechselnd werden die Fenster zum Schulhof dekoriert und so manche Bastelei ausprobiert.

  "Wir haben alle Ideen, auch wenn die manchmal ein bisschen verrückt sind", erzählt Pia und ihre Klassenkameradin Pauline ergänzt: "Wir machen uns vorher einen Plan und zeichnen alles auf." Erst dann geht es los und wenig später können dann die anderen die Kreativität der Sechstklässler bestaunen. Die war übrigens auch in der vorigen Woche gefragt, als Blumentöpfe aus Ton mit bunten Farben angemalt wurden.

  Sie sollen in Kürze das Foyer schmücken und dort weitere Farbtupfer setzen. Im Frühling und Sommer sind die "grünen Daumen" übrigens wieder vorrangig draußen unterwegs,

 kümmern sich um Blumenkübel, Beete und Rabatten. "Das Beet im Biotop, das wir im Herbst gemacht haben, war richtig harte Arbeit", erzählen die fünf Jungs in der Gruppe. Sie sind gern in diesem Ganztags-angebot und haben sich richtig eingefuchst.

   Allerdings gesteht Lukas stellvertretend: "Zu Hause ist das nichts für mich, da mähe ich höchstens mal den Rasen."

  Das Schulhaus mit seinen zahllosen Klassenzimmern und langen Fluren zu begrünen, ist eine große Aufgabe. Das weiß auch die Biolehrerin: "Es ist ein ganzes Stück Arbeit, sich um alles zu kümmern."

  Doch die scheint sich zu lohnen, denn Kollegen, Schüler und Besucher sind begeistert, sprechen von einer besseren Atmosphäre. Und auch die Sechstklässer des "grünen Daumens" sind stolz auf das, was sie bisher erreicht haben. "Es ist wie in der eigenen Wohnung", lacht Josi.

  Besser kann man das grüne Wohlfühlklima wohl nicht ausdrücken.

 
     

adapted by drwm©2011-03-16